Auf den Hund gekommen

…bin ich folgendermaßen:

Da ich durch die Geburt meiner jüngsten Kinder aufgehört hatte zu arbeiten, nahm ich öfter als vorher Hunde in sog. Pflegestellen bei mir auf.

Parallel dazu hatte ich immer selber Hunde.

Meine Hunde und die Pflegehunde hatten aber auch ihre „Macken“ und so  begann ich mich mit Hundeverhalten zu beschäftigen.

klbildmitcooperZu Beginn suche ich Rat in Schäferhundvereinen. Nach kurzer Zeit war ich sicher, dass Drill und Schmerzzufügung für mich als „Verständigungsmittel“ nicht in Frage kommen. Weitere Erfahrungen sammelte ich zu damaligen Zeit, also vor gut 15 Jahren, in Gebrauchshundevereinen  und diversen Hundeschulen.

Kennengelernt habe ich die unterschiedlichsten Ausbilder mit zum Teil sehr  unterschiedlichen und kontroversen Meinungen.

Durch Beobachten vieler Hund-Mensch-Teams, durch eigenes „Experimentieren“  und durch  Gespräche mit Hundebesitzern habe ich viele Informationen gesammelt.  Die Erwartungen, die ich an einen guten Ausbilder hatte, wurden selten erfüllt. Auf Fragen gab es pauschale Antworten und im Umgang mit sogenannten „störrischen Hunden“ war man nicht gerade zimperlich.

Es störte mich gewaltig, dass der Hund behandelt wurde, wie eine Sache, die auf „Biegen und Brechen“ funktionieren muss.
Begriffe wie Partnerschaft, Teamgeist und Einfühlungsvermögen wurden als „Mädchenkram“ abgetan. Ich war überzeugt, dass sie  mehr Freude am Partner Hund bringen würden.

Das ständige Maßregeln, Korrigieren in lautstarker Form war nicht unsere Welt, dass zeigte mir meine älteste Hündin damals nach einiger Zeit sehr deutlich. Zitternd stieg sie aus dem Auto obwohl sie wusste, dass ihre Hundefreunde auf dem Platz waren.

Dazu muss ich sagen, dass diese Hündin normalerweise nicht ängstlich ist und mir so vertraut, dass sie überall mit mir hingeht…….
Der Besitzer einer großen Hundeschule schenkte mir zur Korrektur dieser Hündin eine Wurfkette, mit der ich sie maßregeln sollte, u. A. „Damit sie sich nicht so anstellt, wenn sie aus dem Auto steigen soll.“ Und auch für den Fall, dass sie ihrem Kumpel, einem Jack-Russel-Terrier zu nahe kommen würde. Der Trainer erklärte mir, dass der erste Hund mehr Rechte als die Hündin hätte……..

Ich hatte diese Hündin übernommen als sie bereits 8 Monate alt war. Sie war schlecht geprägt und hatte äußerst schlechte Haltungsbedingungen. Der Vorbesitzer hat sogar ein Tierhaltungsverbot bekommen!

Wieder stellte ich mir die Frage: „Baut man mit einer Wurfkette eine vertrauensvolle Bindung auf?“ Sicherlich nicht!  Es  ist m. E. nach sogar unverantwortlich einen sozial- und umweltunsicheren Hund noch weiter zu verunsichern U.U. fördert man damit die Entstehung von Aggressionen.

Begriffe wie „böse Hunde“ oder „Kampfhunde“ sind keine Artbezeichnungen, sondern immer nur die Summe einer Fehlentwicklung. Gott sei Dank haben wir in Niedersachsen keine sogenannten Listenhunde mehr.

Schon damals hatte ich gute Erfolge durch Ignoranz von unerwünschten Verhalten, traute mich nur nicht davon zu berichten.

Heute hat sich durch Arbeit vieler Verhaltensforscher und Hundetrainer diese Möglichkeit als richtig herausgestellt.

v.l.n.r.: Maja, Regina, Fussel, Whitney, Nelly, Ruby

v.l.n.r.: Maja, Regina, Fussel, Whitney, Nelly, Ruby

Ebenso ist eine belohnungsorientierte Ausbildung von großer Bedeutung und die eigene Körpersprache ist mindestens genauso wichtig.

Meine damaligen Erkentnisse waren noch nicht so präzise, führten jedoch mit den Ratschlägen einer Freundin, die ihre Hunde nach den Richtlinien von „animal learn“ erzog, zu vielen Erfolgen.

Irgendwann beschloss ich ein Studium als Tierheilbehandlerin zu machen…………
In dieser Zeit arbeitete ich für den praktischen Teil bei einer Tierärztin und merkte immer deutlicher, dass viele Hundehalter den Tierarzt als Ansprechpartner suchten um Probleme im Umgang mit dem Hund zu besprechen.

Das reichte von einer falschen Auffassung über die Lern- und Aufnahmefähigkeit bis zur Missachtung der natürlichen Bedürfnisse eines Hundes.  Grundlegende Dinge wie:  Lernvermögen, Verknüpfung, Belohnung, Timing u.s.w. wurden missachtet, Strafe und Belohnung nicht sachgemäß eingesetzt.

So beschäftigte ich mich wieder intensiver mit Hundeverhalten ging zu Vorträgen und besuchte Seminare. Außerdem erschienen zu den bekannten Büchern von Feddersen-Pettersen und Atkins viele neue Bücher von modernen Hundetrainern und Verhaltensexperten. Wie z.B. Winkler, Jones, Baumann, Laser, Hallgren, Rauth-Widmann, Schlegel-Kofler, Rugaas, Donaldsoon, Theby etc., etc.).

Das Lesen von Fachliteratur, von neurobiologischen Zusammenhängen und Forschungsergebnissen ist mittlerweile ein „Hobby“ von mir geworden und ich sehe es nicht als „Arbeit“ an.

Als Hundetrainerin wurde ich von der Tierärztekammer Niedersachsen zertifiziert und vom Landkreis Hildesheim sowie vom  Fachministerium in Hannvover anerkannt als Sachkundeprüferin.
Als registriertes Testcenter von D.O.Q. nehme ich den Hundeführerschein in Theorie und Praxis ab.

Im Interesse der Hunde möchte ich mein Wissen ständig erweitern und Hundebesitzer dazu anregen sich ebenfalls  Gedanken zu machen über das „Wieso, Weshalb, Warum…….?“

Es ist mir wichtig verschieden Denkweisen und Meinungen kennen zulernen; die Lerngrundsätze  in verschiedenen Zusammenhängen zu erfassen und zu beachten um  jeden Hund  und seinen Halter  individuell unterrichten zu können.  Nachfragen, Mitdenken und ein ehrliches Feedback der Hundeschulteilnehmer sind mir sehr wichtig!

 

P.s. Angaben zur Person: 51 Jahre, verheiratet, 4 eigene Kinder, 2 Stiefkinder, 1 Enkelkind, 2 Ridgebacks, 4 Chihuahuas, 1 Großpudel, 1 Katze  und jede Menge Schildkröten